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Technische Hilfe auf der Cebit 2010

Verfasst von Stephan Walcher

209 Vor zwei Wochen ist die CeBIT 2010 zu Ende gegangen und nach meiner tollen Erfahrung 2008 hatte ich dieses Jahr wieder die Chance am Microsoft Support Stand zu stehen und Personen bei ihren Problemen zu helfen. Wie schon vor zwei Jahren war die CeBIT 2010 mal wieder eine wichtige Erfahrung um in die Haushalte und Köpfe der deutschen Computer Nutzer zu gucken, denn es ist egal wie viele Foren man liest oder Blogs durchwühlt hat, die deutschen Anwender überraschen einen jedes Mal aufs Neue.

Ich glaube was die Altersklassen angeht, war mal wieder alles da. So hat es mich mit Freunde erfüllt einen 12 Jährigen SQL Programmierer rüber zu einem SQL Stand zu begleiten damit eine Frage beantwortet wird. Nicht nur ich war begeistert, auch der Herr am SQL Stand war Feuer und Flamme als der kleine Mann ihn schüchtern seine Frage gestellt hat. Der Vater des Kleinen strotzte nur förmlich vor stolz.

Aber fangen wir von ganz vorne an. Ich war bereits am Mittwochabend nach Mailand zu meinen Eltern zu fahren um gemütlich und ohne Stress am nächsten Tag vom Mailänder Flughafen Malpensa über München nach Mailand zu fliegen.

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Der Flug verlief bis auf die üblichen „Oh meine Ohrringe soll ich auch raus machen“ und „Wie ich darf meine Wasserflasche nicht auf den Flieger nehmen“ ohne Probleme und so landete ich mittags Pünktlich in Hannover. Ein Blick aus dem Fenster zeigte mir, „Willkommen in Deutschland“. Am Mittwochmittag saß ich bei 16 Grad in Meran auf der Terasse einer Bar und trank meinen Cappuccino und genoss die Sonne, 24 Stunden später war ich in Hannover im Schneetreiben bei -2 Grad. Nach der Landung zeigte sich übrigens dass der Flug aus München zu 90% aus Italiener bestand, die Flüche in allen Dialekten machten es sehr deutlich.

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Nach der Landung ging es schnell zur Privat Unterkunft und dann direkt zur Cebit wo schon Monika Lischke, Microsoft Community Engagement Manager, schon auf mich wartete und mir meine CeBIT Karte in die Hand drückte.

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Besonders nervig fand ich es ja, dass sich jeder der die CeBIT besuchte sich registrieren musste und anschließend so ein dummes Namensschild tragen musste. Gemeinsam gingen wir zum Microsoft Support Stand wo ich dann auf meine Microsoft Kollegen traf. Eigentlich wollte ich nur auf Tobbi warten und mit ihm ein wenig quatschen, aber es hat nicht lange gedauert da kam schon die erste Frage. Leider bezog sich die Frage auf Gruppenrichtlinien unter Windows 7, absolut nicht mein Fachgebiet, aber für was gibt es denn MVP Kollegen.

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Tobbi nach zwei Jahren wieder zu treffen hat mich wirklich gefreut, auch wenn die Zeit mal wieder viel zu kurz war. Danach ging es dann mit den MVP Kollegen Frank Solinske und Marc Grote zum Essen in einen Hannover Geheimtipp. Das was ihr hier unten seht nennt sich Fleischplatte und ist wirklich was für den GANZ großen Hunger. Bei mir hat es leider nur für 1/3 des Tellers gereicht.

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Am nächsten Tag ging es dann los. Punkt 8 Uhr war ich dann auf der CeBIT und genoss erst mal einen Kaffee im Microsoft Business Bereich. Um 9 Uhr ging es dann auch schon los und die ersten Besucher liefen an unserem Stand vorbei. Um 9:05 standen die Leute schon bei uns Schlange.

Zwei Tage am Technische Hilfe auf der CeBIT 2010

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Grundsätzlich waren alle Personen die zu uns kamen sehr freundlich. Einige waren sehr vorbereitet und hatten Screenshots, Fehlercodes usw. mit dabei, andere hingegen waren es leider gar nicht und meinten einfach nur „Mein PC geht nicht“. Da ich leider noch keine Superkräfte habe, kann man in solchen Fällen wenig machen. Bei den gut vorbereiteten war es hingegen viel einfacher und so konnte ich ihnen meistens sehr schnell helfen.

Anwender Logik

Was ich öfters beobachtet habe, die Anwender haben ihre ganz eigene Logik. So waren einige Anwender davon überzeugt, wenn zum Beispiel das Antivirus Programm abstürzt, oder der Adobe Reader Probleme macht, das die Schuld bei Microsoft zu suchen ist, schließlich läuft der Computer auf Microsoft Windows.

Die Treiberproblematik gibt es bei jedem Betriebssystem und ist im Grunde nichts neue. Meine Windows XP/Vista Treiber müssen nicht unbedingt unter Windows 7 laufen. Leider waren viele Leute der Überzeugung das Microsoft auch die Treiber liefern muss. Es war nicht immer einfach den Leuten zu erklären wer die Treiber liefert und das die Windows 7 Treiber die bei Windows 7 mit dabei sind nur ein Service von Microsoft sind, damit bei der Installation möglichst viele Hardwarekomponenten von Haus aus laufen.

Man ist nie zu alt für einen PC

Was das Alter der Besucher unseres Stand, war wirklich alles vertreten. Besonders fasziniert hat mich aber ein älteres Ehepaar, ich tippe zwischen 60 und 70, die mir erklärte mir das ihr Server „Ich: sie meinen PC oder?“ mit drei Zugängen „Ich: 3 Benutzerlogins?“ unter XP seit der letzten Installation langsamer geworden ist. Nach vielem hin und her, war die Ausgangsituation geklärt. Das Ehepaar hatte wirklich einen „Server“ und zwar einen Windows XP Client im Keller stehen, auf den sie via Desktop Remote zugreifen. Also ein Terminal Service für daheim.

Vergesslichkeit

Wenn ein Anwender zu mir kommt und mir von komischen Fehlermeldungen und Abstürzen erzählt, geht meistens die Fragerei los. Haben Sie irgendwelche Programme installiert? Was haben Sie vor dem Fehler gemacht? Haben Sie eine neue Hardwarekomponente angeschlossen?

Diese Fragerei kostet viel Zeit, da man im dunklen stochert und versucht einen Anhaltspunkt zu finden. Interessanterweise vergessen die User sehr oft zu erzählen dass sie Tuning Software installiert haben. Meistens kam diese Informationen nur nach Ganz vielen Fragen. Nach dem dritten Fall habe ich die Frage dann gleich zuerst gestellt. Das Problem, die User wusste teilweise gar nicht was ich mit Tuning Software meine. Ich weiß nicht ob es an den Zeitungen liegt, die mit reißerischen Überschriften „So beschleunigen Sie ihr Windows 7“, „Tweaken Sie ihr Windows 7“, das Anwender sich nicht bewusst sind was eine Windows 7 Tuning Software wirklich macht und das Risiko sehr hoch ist ein Betriebssystem zu destabilisiert.

Update von Windows XP auf Windows 7

Viele Fragen kamen auch zum Update von Windows XP auf Windows 7. Einige wollten wissen ob damit alle Probleme behoben werden „mein 8 Jahre alter Rechner ist zu langsam“, oder „kann ich mit Windows 7 auch faxen?“. So kam es das ich nicht nur den Leuten immer wieder erklären musste das Windows 7 zwar gut ist, aber das es sicherlich keinen 8 Jahre alten Rechner in einen Quadcore verwandelt oder Hardware Fehler in Form von kaputten Festplatten repariert.

Im Bezug auf das Update von XP auf Windows 7 habe ich den Anwender Windows Easy Transfer vorgestellt und ihnen erklärt das sie damit ihre Profile sichern können und auf Windows 7 wieder importieren können. Die Aussage dass man leider alle Programme wieder neu installieren konnte wurde von den meisten nicht gerne gehört. Trotzdem waren einige sehr froh dass es diese Funktion gibt und sie nicht ihre Daten verlieren. Es gab auch viele Fragen im Bezug auf XP Spiele und Programme und ob diese unter Windows Seven XP Modus laufen.

Sicherheit

Einige Male wurde ich auch nach Tipps gefragt, wie man zum Beispiel den eigenen PC gegen Programme schützen kann, die man einfach nur mal testen möchte. Dazu konnte ich zum Beispiel zu Microsoft SteadyState raten, das einen Computer nach dem Neustart einfach wieder zurücksetzt, oder Virtual PC um einfach mal ein paar Programme zu testen ohne gleich den Rechner mit unnötigen Dateien und Treiber voll zu stopfen. Die Windows Live Software Windows Live Family Safety schien keiner zu kennen und vielen waren überrascht das es die Windows Live Essentials überhaupt gibt. Für mich ein klares Zeichen das es zwar gut war zum Beispiel Windows Mail und Windows Live Mail nicht mehr parallel zu betreiben, aber unerfahrene User haben Schwierigkeiten an diese Informationen zu kommen.

Windows 7 64bit

Das heißeste Thema war vermutlich die 64bit Version von Windows 7. Neben den üblichen Installationsproblemen bei selbstzusammengebauten PCs, kamen oft Fragen zu den Treibern „Warum hat Microsoft keinen 64bit Treiber zu meinem 6 Jahre alten Drucker dessen Firma es nicht mehr gibt“.

Es viel auch auf, das wir mitten im 64bit Hype sind, der User aber im Irrglaube lebt, das ein Windows 7 mit 64bit schneller als die 32bit Version ist. Hier musste ich viel Aufklärungsarbeit leisten, das es nicht reicht einen PC mit Windows 7 64bit zu haben sondern auch die passenden Programme wie zum Beispiel Microsoft Office 2010.

Scheinbar waren meine Erklärungen sehr gut, denn ich wurde mehr als einmal gefragt ob man bei mir auch Windows 7 billig kaufen kann. 😀

Fazit

Im guten und Ganzen war es wieder eine unvergessliche Erfahrung die mir mal wieder Live gezeigt hat wie groß doch die Unterschiede zwischen Deutschland und Italien sind, gerade im Bezug auf Probleme und IT in den Haushalten. Martin Geuß der ebenfalls vor Ort war schreibt in seinem Post Zurük von der CeBIT – das war die Woche seine Erfahungen von der CeBit und wie er als Dank sogar einen Kuchen bekommen hat *neid*. Bei Dr.Windows gibt es bis zum 26. März noch ein Gewinnspiel zum dreijährigen bestehen, mitmachen lohnt sich also.

Für die Microsoft Machs Live Initiative wurde ich kurz zu unserer Arbeit am Technischen Hilfe Stand von Carolin interviewt.

Feedback, Fragen, Ideen?

3 Kommentare

  • Hi Stephan,
    vielen herzlichen Dank für Deinen Einsatz an dem Stand und diese wunderbare Zusammenfassung!
    Alles Gute und auf bald, Monika

  • Hi Stephan,
    mich hat es auch gefreut 😀 Beim nächsten Mal müssen wir uns einfach mal mehr Zeit nehmen 😉

  • Hi Stephan,
    ich war ja im gleichen Zeitraum für Office-Fragen auf dem Stand. Und kann Deine Erfahrungen voll bestätigen. Auch bezüglich des sehr gemischten Publikums. Vom gut informierten Firmen-Anwender, dem nur noch einige Details für den Office-2010-Rollout fehlten, bis hin zum unerfahrenen Senior-Privat-Anwender, der mich am liebsten mit nach Hause genommen hätte, um seinen Computer auszupacken und anzuschließen 😉 Und genau diese Mischung hat großen Spaß gemacht. Nicht zuletzt aufgrund des tollen Teams am Stand, deren Wissensgebiete sich gut ergänzt haben. Und dank einiger Community-Mitglieder, die eigentlich nur mal vorbeikamen, um Hallo zu sagen – und dann blieben, um Fragen zu beantworten.
    Ich freu mich aufs nächste Mal!